Heilungsprinzip der TCM

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Fehlen von Krankheit. Diese Definition betont die Bedeutung einer ganzheitlichen Sichtweise auf Gesundheit, die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist und soziale Aspekte des Lebens umfasst.

Das Konzept der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) basiert auf der Philosophie des Taoismus und der chinesischen Kultur und Geschichte. Die TCM betrachtet den Körper als ein Ganzes und legt großen Wert auf das Erreichen von Gleichgewicht und Harmonie zwischen verschiedenen Aspekten des Körpers und des Geistes. Im Vordergrund geht sie von der Vorstellung aus, dass der menschliche Körper mehrere sogenannte Energie-Meridiane besitzt.

Als Energie-Meridiane werden Leitbahnen bezeichnet, die größtenteils symmetrisch gepaart den Körper durchziehen. Diese Leitbahnen dienen dem Fluss der Lebensenergie, die als „Qi“ bekannt ist. Die Akupunkturpunkte befinden sich entlang dieser Meridiane und ermöglichen die Beeinflussung des Qi.

Das Konzept des Qi bildet den Kern der chinesischen Medizin. Es bewegt sich und vereint den physischen Körper mit der Seele. Im Zustand seelischer und körperlicher Gesundheit kann das Qi harmonisch entlang dieser Meridiane fließen.

Die wahre Kunst der Heilung liegt darin, das Ungleichgewicht zu erkennen, bevor es zur Krankheit wird.

Bei Krankheiten kommt es häufig zu Stagnationen oder Dysbalancen des Qi. Dies kann sich in Form von Schmerzen, aber auch sehr vielfältig in anderen Symptomen äußern (siehe Indikationsliste).

Auslöser können unterschiedliche „krankheitsmachende“, sogenannte pathogene Faktoren sein. Man unterscheidet hierbei zwischen äußeren und inneren pathogenen Faktoren. Zum Beispiel können Klima (Wind, Kälte, Hitze, Glut, Feuchtigkeit, Trockenheit), Emotionen (Grübeln, Trauer, Wut, Furcht, Manie), Ernährungsfehler (in unserer westlichen Welt sehr häufig) und die allgemeine Lebensführung (Stress, Schlaf-Wach-Rhythmus, Arbeit, Entspannungszeiten) hierbei von Bedeutung sein. Sollte einer dieser Faktoren das Meridiansystem zu stark belasten, kann es zu einer Dysregulation des Systems kommen und sich daraus Beschwerden entwickeln.

Die Akupunktur kann somit einen besonderen Einfluss auf den Qi-Fluss nehmen und die Meridiane wieder in ihre natürliche Harmonie versetzen.

Alle Texte © Praxis Dr. med. Erika Urban